„Ein Preis ist kein Kurs": Kristallines Osmium wird an keiner regulierten Börse gehandelt. Kritiker bemängeln deshalb, dass der Referenzpreis kein echter Marktpreis aus Angebot und Nachfrage ist, sondern ein vom Osmium World Council (OWC) institutionell festgesetzter Wert. Es gibt kein öffentliches Orderbuch, keinen sekundengenauen Handel und keine unabhängige Kursfeststellung wie bei Gold oder Silber an der Börse.
Befürworter halten dagegen, dass der Preis nicht willkürlich sei, sondern die extrem hohen Herstellungs- und Kristallisationskosten widerspiegle — die Veredelung vom toxischen Rohosmium zum stabilen Kristall durchläuft laut Osmium-Institut rund 160 Arbeitsschritte. Beide Argumente schließen sich nicht aus: Der Preis kann kostenbasiert kalkuliert und gleichzeitig kein freier Marktpreis sein. Wer eine börsenähnliche, tagesaktuelle Preisbildung erwartet, findet sie bei Osmium nicht.